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Form follows Function – der Weg zum richtigen Corporate Design

Corporate Identity und Corporate Design sind zwei Themen, die einander eng verbunden sind. Während das eine, die Corporate Identity (kurz CI), ein beinahe philosophisches Thema ist, ist das andere, das Corporate Design (kurz CD), die visuelle Darstellung der CI. Klingt jetzt erstmal kompliziert, auf den zweiten Blick ist aber alles ganz logisch. Aber jetzt der Reihe nach:

Beispiel einer gelungenen Umsetzung: Das CD von Shuffle Events.

Als Agentur, welche ihren Schwerpunkt auf Grafikdesign und Layout von Magazinen und Drucksorten legt, werden wir naturgemäß oft mit dem Thema Corporate Design konfrontiert. Sei es, dass im Rahmen eines Auftrages ein bestehendes CD für z.B. ein Kundenmagazin umzusetzen ist, oder wir beauftragt werden, ein CD für ein Unternehmen neu zu konzipieren.

 

Von der Philosophie zum visuellen Auftritt

Ersteres ist im Grunde genommen nicht mehr als solide Handwerksarbeit, wo es gilt, im Rahmen vordefinierter Regeln kreativ tätig zu sein.

Zweiteres ist etwas komplexer. Aber für uns als Agentur natürlich auch schöner.

Während jedoch große Unternehmen meistens über eine klar definierte Corporate Identity verfügen und diese zumeist auch in schriftlicher Form vorliegt, und somit sowohl gegenüber Mitarbeitern als auch Kunden und Geschäftspartnern kommuniziert und gelebt werden kann (mal besser, mal schlechter), haben Mittelständler, und insbesondere Kleinunternehmen, in diesem Bereich oft noch gravierende Lücken. Bei Anfragen betreffend die Kreation eines neuen Logos oder eines Corporate Designs wird dies oft schon beim Erstgespräch sichtbar.

Aber warum ist die Corporate Identity (lesen Sie hier mehr über CI) für die Gestaltung des Corporate Design überhaupt so wichtig?

 

Form follows Function

Im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen aus unserer Branche kommt naturgemäß immer wieder die Thematik des „Gefallens“ eines Logos oder einer visuellen Umsetzung auf. Und genau hier beginnt auch meistens das Gespräch mit (potentiellen) Kunden. Im Erstgespräch fallen oft die Worte „schön“, „gefallen“, „irgendwas in der Art von XY“ und so fort. So gut wie nie höre ich von Kunden, dass wir ein Logo kreieren sollen, welches schlicht und einfach „richtig“ ist. Dabei ist genau das der Knackpunkt – hässlich oder schön liegt ausschließlich im Auge des Betrachters. Und darüber lässt sich trefflich streiten. Nur weil ich rot mag, muss das noch nicht jedem anderen gefallen. Und die serifenlose Schrift kann der eine gut finden, dem nächsten sagt das ganz und gar nicht zu. Als Designer steht man damit vor einem trefflichen Dilemma. Dabei gibt es eben dafür eine einfache Regel – Form follows Function!

 

Eigentlich aus der Architektur kommend (Beispiel Hausbau: will ich Morgensonne beim Aufwachen, muss das Schlafzimmer ostseitig sein) haben wir uns dieses Motto grafisch zu eigen gemacht, und können damit die o.a. Probleme charmant lösen. In dem wir im Gespräch mit den Kunden detailliert und gezielt nachfragen wie es zur Unternehmensgründung kam, welche Intentionen dabei eine Rolle gespielt haben, wen man ansprechen will und vor allem warum, welches die Werte sind, die der Unternehmer vertritt, was das bestehende Unternehmen leisten kann oder in Zukunft leisten soll, wie es nach außen wahrgenommen werden soll und wie es der Unternehmer selbst gerne positioniert und präsentiert hätte. Mit der Beantwortung dieser Basic-Fragen entsteht nämlich automatisch das Grundgerüst dessen, was Konzerne als Corporate Identity bezeichnen. Und unsere Arbeit steht plötzlich nicht mehr im Spannungsfeld von „Gefällt mir – gefällt mir nicht“, sondern von „Richtig oder falsch“! Und richtige Arbeit abzuliefern fällt auch in der Kreativbranche wesentlich leichter, als etwas zu produzieren, das nur „gefällt“. Durch die Form-follows-Function-Methode schaffen wir also das, was man auf neudeutsch Win-Win-Situation nennt. Der Kunde bekommt ein Produkt, welches zwangsläufig gut(aussehend) ist, weil es schlicht und ergreifend richtig ist, und wir als Agentur sind nicht mehr in der für Kreative schrecklichen Situation etwas machen zu müssen, was „gefällt“!

 

Nicht „schön vs. unschön“ sollte also der Denkansatz als Unternehmer sein, sondern „richtig vs. falsch“ – dann klappt’s auch mit dem Corporate Design!

 

p.s.: Dass ausgerechnet Architekten die schlimmsten Kunden für Grafikagenturen sein sollen, halten wir natürlich für ein gemeines Gerücht ;-)


Begriffserklärungen im Detail:

Corporate Identity

Corporate Design

Über den Autor:

Sascha Ladurner ist bekennender Grafik-Nerd. Er ist außerdem selbsternannter Fußballprofessor.

Beruflich beschäftigt er sich mit Werbung und Design und berät Unternehmen über die vielfältigen Möglichkeiten des Werbeuniversums.

Er hört Iggy Pop und leidet mit Wacker Innsbruck.

 

Kontakt: sascha.ladurner@gmail.com



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