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Corporate Identity – warum es ohne CI nicht geht

Jedes große Unternehmen hat sie – seine eigene Corporate Identity (kurz CI). Und es gibt sogar einige, die sie nicht nur haben, sondern sogar leben. Die fast perfekte Symbiose von Unternehmertum und Marketing. Je kleiner Unternehmen werden, desto weniger oft gibt es eine als Corporate Identity definierte Version derselben, wenngleich selbst der kleinste Einzelunternehmer im Grunde nicht davor gefeit ist, eine zu haben – nur wissen das eben viele nicht!

Die Frage, die sich speziell Klein- und Kleinstunternehmer immer wieder stellen ist, ob es sich überhaupt lohnt, ein Corporate Design oder gar eine Corporate Identity im Unternehmen aufzubauen? Und dazu gibt es drei Antworten: Ja, ja und nochmal ja!

 

Der Philosoph steckt in uns allen

Nur zu oft höre ich von Mittelständlern und Kleinunternehmen, dass sie sich eine CI nicht leisten können oder wollen. Das ist was für Konzerne, für die Global Player angefangen von Apple über Red Bull bis VW und Zara. Aber nichts für den Maschinenbauer im Niederösterreichischen Industrieviertel oder den lokalen Tischler im Zillertal. „Wir haben uns da eh mal ein Logo machen lassen“ ist da noch eine der besseren Aussagen. Dabei haben alle Unternehmer eine mehr oder wenige fertige CI bereitliegen, die es nur mehr gilt aufzugreifen, im Idealfall in Worte zu fassen und damit auch sichtbar nach innen (zu den Mitarbeitern) und außen (zu Kunden, Lieferanten, Partnern) zu tragen. Denn in mittlerweile über 20 Jahren in der Werbebranche habe ich bisher noch nicht einen einzigen Unternehmer getroffen, der nicht zumindest für sich selbst eine Unternehmensphilosphie zusammengetragen hat. Denn wäre diese philosophische Grundidee nicht vorhanden, gäbe es kein Unternehmen. Selbst wenn die einzige Philosophie die des möglichst schnellen Geld Verdienens mit dem Unternehmen wäre, wäre das schon eine CI. Vielleicht nicht die allerbeste, aber immerhin eine CI. Meistens ergibt sich in Gesprächen mit Unternehmen aber weit mehr. Man erfährt interessantes über Gründungsideen, den Einstieg ins Unternehmertum, wie der traditionelle Familienbetrieb schon in vierter Generation geführt wird. Man hört, wie viel Herzblut in der Perfektionierung der neuen Techniken für das fertigen der Metallgußteile steckt, wieviel Gedanken sich der Tischler für die richtige Wahl seines Holzes macht und wie sehr ihm der Wald, wo dieses her kommt am Herzen liegt. Der Restaurantbesitzer gerät ins schwärmen, wenn er von der vielgelobten regionalen Küche seines Hauses berichtet, der Installateur ist stolz, dass er mit neuester Technologie dem Hausbesitzer 25 % der Energiekosten sparen kann und der lokale Möbelhändler genießt es, als größter Arbeitgeber im Ort angesehen zu sein.

 

All das ist Teil der CI, mehr noch, es ist das philosophische Grundgerüst jeglichen Unternehmertums. Auch wenn sich Handwerker oder Dienstleister dessen oft nicht bewusst sind – ein Philosoph steckt in jedem von uns. Natürlich wäre eine umfangreiche Corporate Identity noch viel mehr und kann bis ins beinahe unendliche weitergebaut und auch gelebt werden. Aber das, was von Mitarbeitern und Außenstehenden – dazu gehören auch Kunden – als gelebtes Unternehmertum wahrgenommen wird, ist im Grunde das, was große Konzerne als CI benennen. Wie sich der Unternehmer seinen Mitarbeitern, seinen Lieferanten und Kunden gegenüber benimmt, bestimmt die Wertebasis des Unternehmens. Und auf dieser basiert die gesamte CI. Steht dieses philosophische Grundgerüst, ist es auch keine Schwierigkeit mehr, den visuellen Auftritt, also das Corporate Design, richtig umzusetzen. Warum es übrigens ohne CI kein vernünftiges CD gibt lesen Sie hier.

 

Um nun dieses CI für sein eigenes Unternehmen zusammenzufassen, benötigt es in der Regel keine teure Agentur oder eine eigene Marketingabteilung, sondern nicht mehr als einen Bleistift und ein paar Seiten leeres Papier.

 

Und falls das philosophische Erstlingswerk dann doch noch visuell ansprechend umgesetzt werden soll, beauftragen Sie einfach den Grafiker Ihres Vertrauens!


Begriffserklärungen im Detail:

Corporate Identity

Corporate Design

Über den Autor:

Sascha Ladurner ist bekennender Grafik-Nerd. Er ist außerdem selbsternannter Fußballprofessor.

Beruflich beschäftigt er sich mit Werbung und Design und berät Unternehmen über die vielfältigen Möglichkeiten des Werbeuniversums.

Er hört Iggy Pop und leidet mit Wacker Innsbruck.

 

Kontakt: sascha.ladurner@gmail.com



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